Bonität verbessern: 9-Bullet-Checkliste und 7 Vorteile guter Bonität

Mit einer als gut bis sehr gut bewerteten Kreditwürdigkeit werden Kredite leichter erteilt und deren Konditionen sind oft besser. Mit der folgenden Checkliste lässt sich der Bonitätsscore ganz einfach verbessern.

Checkliste zur Verbesserung der Bonität: 9 Punkte für einen höheren Bonitätsscore

Wer einen günstigen Wohnkredit durch Umschulden bekommen möchte, muss dafür nicht nur die Augen nach einem besseren Zinssatz offenhalten, sondern auch seinen Bonitätsscore verbessern.

Denn: Bessere Kreditbedingungen gibt es nur, wenn die Bonitätsprüfung über die SCHUFA einen hohen Score zeigt.

Mit den folgenden neun Tipps gelingt das:

  1. Rechnungen immer pünktlich bezahlen

    Manche Menschen lassen Rechnungen bis zum letzten Tag der Fälligkeit liegen und zahlen sie dann. Das Problem: Kommt es zu einer Verzögerung bei der Banküberweisung, ist der Zahlungstermin nicht mehr einzuhalten, die Frist wird überschritten. Großer Minuspunkt für den Kunden.

    Andere Einkäufer überschreiten ganz bewusst Zahlungsfristen und bestellen lieber auf Rechnung, weil sie vielleicht den nächsten Gehaltseingang abwarten wollen. Ebenfalls ein grober Fehler.

    Daher Tipp Nr. 1: Rechnungen werden bitte nicht nur rechtzeitig, sondern wirklich pünktlich bezahlt! Beim Prüfen der Rechnung sollte daher schon auf die angegebene Zahlungsfrist geschaut werden, diese wird bestenfalls notiert oder die Rechnung wird direkt bezahlt. Der Verkäufer freut sich, wenn er nicht erst das Inkassobüro einschalten muss, um an sein verdientes Geld zu kommen.

    Der Käufer wiederum kann sich freuen, weil seine Kreditwürdigkeit als deutlich besser eingestuft wird. Damit wiederum gehen zahlreiche Vorteile für die Zukunft einher wie bessere Konditionen bei Vertragsabschlüssen oder eine große Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten in Onlineshops.

    Manche Menschen lassen Rechnungen bis zum letzten Tag der Fälligkeit liegen und zahlen sie dann. Das Problem: Kommt es zu einer Verzögerung bei der Banküberweisung, ist der Zahlungstermin nicht mehr einzuhalten, die Frist wird überschritten. ( Foto: Shutterstock-Rocketclips, Inc._)

    Manche Menschen lassen Rechnungen bis zum letzten Tag der Fälligkeit liegen und zahlen sie dann. Das Problem: Kommt es zu einer Verzögerung bei der Banküberweisung, ist der Zahlungstermin nicht mehr einzuhalten, die Frist wird überschritten. ( Foto: Shutterstock-Rocketclips, Inc._)

  2. Raten zahlen

    Es geht nicht nur darum, die Raten „irgendwie“ zu zahlen, sondern sie müssen wie Rechnungen regelmäßig und pünktlich gezahlt werden. Es ist übrigens ein Trugschluss, zu glauben, dass Banken einen Kredit als negativ einstufen würden.

    Vielmehr werden Kredite beim Prüfen der Kreditwürdigkeit gern herangezogen und sogar positiv bewertet. Das gilt aber nur, wenn der Kreditnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen auch wirklich nachkommt. Wer ohne Mahnungen seine Raten tilgt, kann davon ausgehen, dass der Bonitätsscore als hoch eingestuft wird (sofern keine anderen negativen Einflüsse vorhanden sind).

  3. Keinen Dispo beantragen

    Es gibt zahlreiche Faktoren für den Bonitätsscore und einer davon betrifft den gern in Anspruch genommenen Dispo. Das Konto überziehen, damit eine Anschaffung unbedingt noch in diesem Monat erledigt werden kann? Das ist keine gute Idee, auch wenn damit der Kauflust nachgegeben werden kann.

    Häufig genug handelt es sich nicht wirklich um lebensnotwendige Anschaffungen oder Reparaturen, sondern um den Einkauf von Dingen, die auch aufschiebbar wären. Ist das der Fall, sollte der Dispo auf keinen Fall in Anspruch genommen werden. Er sollte zwar seitens der Bank gewährt werden, wobei die Höhe des Dispos unter anderem am Einkommen des Kontoinhabers festgemacht wird.

    Sieht die SCHUFA nun, dass zwar ein Dispo in vierstelliger Höhe möglich ist, dieser aber nicht genutzt wird, scheint der Betreffende gut mit Geld umgehen zu können und muss demzufolge auch nicht herabgestuft werden.

    Übrigens lohnt es sich schon aufgrund der hohen Zinsen nicht, einen Dispo zu nutzen, wie die folgende Tabelle zeigt:


    Dispo Zinsen, Überziehungszinsen (überregionale Banken)
    Bank Zinssatz Dispositionskredit Zinssatz Geduldete Überziehung
    Commerzbank (Klassik Konto) 8,75 % 11,25 %
    Degussa Bank 9,63 % 14,23 %
    Deutsche Bank 10,90 % 14,90 %
    Hypovereinsbank 10,63 % 10,63 %
    Merkur Bank 5,37 % 10,37 %
    National-Bank (exklusiv Konto) 7,75 % 12,25 %
    Oldenburgische Landesbank (Prmium Konto) 7,92 % 14,12 %
    Postbank (extra plus Konto) 8,46 % 12,60 %
    Steyler Bank (Ethik-Giro-Konto) 8,00 % 12,00 %
    Südwestbank
    (Exklusiv Konto)
    6,62 % 11,12 %
    Targobank
    (Komfort Konto)
    12,43 % 15,43 %
    Quelle: Stiftung Warentest 11/2020, eigene Recherchen
  4. Selbstständige Bonitätsprüfung durchführen

    Die eigene Kreditwürdigkeit sollte am besten regelmäßig geprüft werden. Nicht selten sind dort fehlerhafte Eintragungen zu finden, die unbedingt korrigiert werden müssen. Das Prüfen ist übrigens kostenlos einmal im Jahr möglich und die SCHUFA bietet hier zwei verschiedene Varianten an.

    Es muss nicht das kostenpflichtige Abo sein, um die grundlegenden Eintragungen zu prüfen! Bei der eigenen Bonitätsprüfung lassen sich ganz einfach falsche oder fehlerhafte bzw. veraltete Einträge finden, die auf Antrag geändert werden können.

  5. Lieber eine Konditionsanfrage stellen

    Die meisten Menschen, die einen Kredit benötigen, stellen dafür eine Kreditanfrage. Diese wiederum wird an die SCHUFA oder eine andere Auskunftei übermittelt. Kommen nun mehrere solcher Anfragen zusammen, schließen die einzelnen Banken daraus, dass der Antragsteller wohl nicht besonders kreditwürdig sein kann und Probleme damit hat, einen Kredit zu bekommen.

    Folglich wird derjenige schlechte Konditionen bekommen oder gar abgelehnt werden. Wird aber nur eine Konditionsanfrage gestellt, findet diese nirgendwo in die Unterlagen einer Auskunftei und kann die Kreditwürdigkeit nicht verschlechtern.

  6. Nicht unnötig Konten führen

    Jeder Mensch hat ein Girokonto. Einige aber deutlich mehr und führen gleich mehrere Konten parallel. Abgesehen davon, dass dies unnötig Geld kostet, wenn die Konten nicht kostenfrei sind, schließen Banken daraus, dass es durch mehrere Konten auch viele Möglichkeiten gibt, diese zu überziehen.

    Warum sonst sollte jemand mehr als ein oder zwei Girokonten führen? Auch wenn dieser Schluss nur in den wenigsten Fällen berechtigt sein mag, müssen doch alle Kontoinhaber die Folgen dieser Schlussfolgerung tragen. Daher: Lieber nur so viele Konten führen, wie auch benötigt werden!

    Zum „Parken“ des Geldes kann auch ein Tagesgeldkonto genutzt werden, das bringt im besten Fall sogar noch Zinsen.

    Jeder Mensch hat ein Girokonto. Einige aber deutlich mehr und führen gleich mehrere Konten parallel. (Foto: Shutterstock-Andrey_Popov  )

    Jeder Mensch hat ein Girokonto. Einige aber deutlich mehr und führen gleich mehrere Konten parallel. (Foto: Shutterstock-Andrey_Popov )

  7. Nicht mehr Kreditkarten als nötig

    Das für das Girokonto Gesagte gilt synonym auch für Kreditkarten. Eine oder maximal zwei Kreditkarten sind ausreichen und wer seine Bonität verbessern möchte, sollte auf alle unnötigen Karten verzichten.

  8. Umschuldung von Krediten

    Bereits angesprochen wurde die Umschuldung von Krediten als Möglichkeit, die Kreditwürdigkeit zu verbessern. Es lohnt sich, auch andere Angebote als nur das der Hausbank zu prüfen, wenn ein Kredit zur Verlängerung oder Ablösung ansteht.

    Zeigt sich dabei, dass eine andere Bank bessere Zinsen bietet oder allgemein günstigere Konditionen, kann sich der Wechsel von einer Bank zur anderen lohnen. Keine Sorge, die neue kreditgebende Bank führt die Ablösung des Kredits durch und regelt die Ablösungsmodalitäten.

  9. Käufe verschieben

    Viele Kaufwünsche gehen zulasten der Kreditwürdigkeit. Strebt das Girokonto am Monatsende immer gen null oder wird es überzogen, ist es an der Zeit, das eigene Kaufverhalten zu prüfen. Vielleicht sollte der eine oder andere Kaufwunsch doch verschoben werden?

    Die Finanzierung per Kredit kostet immerhin zusätzliche Zinsen. Es ist daher teilweise empfehlenswert, doch lieber länger zu sparen und eine Anschaffung gänzlich ohne Kredit zu tätigen.

7 Vorteile einer guten Bonität

Eine gute Bonität ist Voraussetzung dafür, Kredite zu günstigen Konditionen zu bekommen oder Einkäufe im Internet auf Rechnung zahlen zu können.

Hier einmal die sieben wichtigsten Vorteile auf einen Blick:

  1. Zinsgünstige Kredite

    Eine hohe Bonität bringt niedrige Zinsen und längere Laufzeiten.

  2. Bessere Konditionen

    In Auto- und Möbelhäusern oder auch im Internet werden bei guter Bonität bessere Konditionen bei einer geplanten Finanzierung gewährt.

  3. Gute Konditionen beim Handyvertrag

    Auch die Mobilfunkanbieter schauen auf die Kreditwürdigkeit und bieten bessere Konditionen für alle, die einen guten Score mitbringen.

  4. Immobilien leichter mieten

    Vermieter verschaffen sich durch die SCHUFA-Auskunft einen Überblick über die Zahlungsmoral von Mietinteressenten.

  5. Gute Versicherungsbedingungen

    Auch die Konditionen bei Versicherern orientieren sich an der Kreditwürdigkeit der Versicherungsnehmer.

  6. Auf Rechnung zahlen

    Nur bei guter Bonität gewähren Versandhäuser den Kauf auf Rechnung.

  7. Bessere Konditionen als Firmenkunde

    Gewerbetreibende profitieren von besseren Deals mit Lieferanten.

Das eigene Zahlungsverhalten kann den SCHUFA-Score verbessern. (Foto: Shutterstock- Andrey_Popov  )

Das eigene Zahlungsverhalten kann den SCHUFA-Score verbessern. (Foto: Shutterstock- Andrey_Popov )

Häufig gestellte Fragen rund um die Bonität

Wie kann ich meinen SCHUFA-Score selbst verbessern?

Das eigene Zahlungsverhalten kann den SCHUFA-Score verbessern. Pünktlich zahlen, keine Mahnungen riskieren. Dazu auf unnötige Kredite verzichten und nicht zu viele Konten oder Kreditkarten führen. Kredite aufnehmen und regelmäßig bedienen, dann klappt es auch mit der SCHUFA.

Warum sollte ich meinen SCHUFA-Score regelmäßig prüfen?

Häufig finden sich bei der SCHUFA falsch negative Einträge oder fehlerhafte Daten. Diese sollten im Rahmen einer regelmäßigen Überprüfung gefunden und ggf. gelöscht werden.

Wieso habe ich eine schlechte Bonität?

Eine schlechte Bonität kann durch ein ungünstiges Zahlungsverhalten mit daraus resultierenden Mahnungen entstehen. Auch fehlerhafte Einträge bei der Auskunftei können zu einem schlechten Bonitätsscore führen.

Wann bekommt man eine schlechte Bonität?

Eine schlechte Bonität entsteht durch nicht oder nicht pünktlich gezahlte Rechnungen, durch nicht getilgte Kredite und durch eine Überziehung des Girokontos. Auch zu viele Konten und Kreditkarten können zu einem schlechten Score führen.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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