Welches Balkonkraftwerk passt zu meinem Zuhause?

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Ein Balkonkraftwerk ist für viele Verbraucher eine unkomplizierte Möglichkeit, einen Teil des eigenen Strombedarfs selbst zu decken. Die kompakten Solaranlagen lassen sich vergleichsweise einfach installieren und eignen sich nicht nur für klassische Balkone. Auch auf Terrassen, Flachdächern, Garagendächern, im Garten oder an geeigneten Fassaden können Solarmodule eingesetzt werden. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt jedoch stark von den räumlichen Gegebenheiten, der Ausrichtung, der möglichen Befestigung und dem individuellen Stromverbrauch ab.

Wer sich für ein Balkonkraftwerk interessiert, sollte deshalb nicht allein auf die Leistung der Module achten. Mindestens genauso wichtig ist die Frage, wo die Anlage später montiert werden soll und wie viel Sonnenlicht dort im Tagesverlauf zur Verfügung steht. Ein gut gewählter Standort kann den Ertrag deutlich verbessern und dafür sorgen, dass sich die Anschaffung langfristig besser rechnet.

Zuerst den passenden Standort bestimmen

Vor dem Kauf sollte der verfügbare Platz genau betrachtet werden. Häufig fällt die Wahl auf den Balkon, weil dort eine Befestigung am Geländer möglich ist und die Solarmodule vergleichsweise wenig zusätzliche Fläche benötigen. Doch nicht jeder Balkon bietet automatisch ideale Bedingungen.

Besonders wichtig ist die Ausrichtung. Eine südliche Ausrichtung ermöglicht in vielen Fällen hohe Erträge, weil die Module über einen langen Zeitraum direkt von der Sonne beschienen werden. Doch auch Balkone mit Ost- oder Westausrichtung können interessant sein. Ein nach Osten gerichtetes Modul produziert vor allem am Vormittag Strom, während ein nach Westen ausgerichtetes Modul am Nachmittag und frühen Abend besonders aktiv ist.

Das kann sogar zum persönlichen Verbrauchsverhalten passen. Wer beispielsweise morgens viele elektrische Geräte verwendet, kann von einer östlichen Ausrichtung profitieren. Bei einem höheren Stromverbrauch nach Feierabend kann dagegen eine westliche Position sinnvoll sein.

Auch die Verschattung sollte berücksichtigt werden. Bäume, Nachbargebäude, Dachüberstände oder andere Balkone können dafür sorgen, dass die Module zeitweise im Schatten liegen. Schon vor der Installation lohnt es sich daher, den gewünschten Standort zu verschiedenen Tageszeiten zu beobachten.

Balkonkraftwerk am Balkongeländer

Die wohl bekannteste Variante ist die Montage direkt am Balkongeländer. Sie ist besonders platzsparend und eignet sich daher gut für Wohnungen, bei denen keine zusätzliche Außenfläche zur Verfügung steht.

Entscheidend ist dabei die Beschaffenheit des Geländers. Metallgeländer, massive Brüstungen und andere Konstruktionen können unterschiedliche Halterungen erfordern. Die Befestigung muss stabil genug sein, um die Solarmodule auch bei stärkerem Wind sicher zu halten.

Zudem sollte geprüft werden, ob die Module senkrecht oder leicht angewinkelt angebracht werden können. Ein geeigneter Neigungswinkel kann den Solarertrag verbessern. Allerdings ist nicht jede Balkonkonstruktion für eine aufgeständerte Montage geeignet.

Auch das Gewicht der Anlage spielt eine Rolle. Neben den Modulen gehören Halterungen, Kabel und gegebenenfalls weitere Bauteile zum Gesamtsystem. Vor allem bei älteren Balkonen sollte sichergestellt werden, dass eine sichere Montage möglich ist.

Terrasse als flexibler Standort

Wer über eine Terrasse verfügt, hat häufig mehr Möglichkeiten bei der Aufstellung. Die Module können beispielsweise auf einem geeigneten Gestell platziert und gezielt zur Sonne ausgerichtet werden.

Ein Vorteil besteht darin, dass sich der Neigungswinkel häufig einfacher wählen lässt als bei einer festen Balkonmontage. Außerdem können die Module so positioniert werden, dass sie möglichst wenig verschattet werden.

Allerdings sollte eine frei aufgestellte Anlage ausreichend gegen Wind gesichert sein. Solarmodule bieten eine relativ große Angriffsfläche. Eine stabile Unterkonstruktion und eine fachgerechte Befestigung sind deshalb besonders wichtig.

Auch die Kabelführung sollte bereits bei der Planung bedacht werden. Der erzeugte Strom muss über den Wechselrichter in das Hausnetz eingespeist werden. Deshalb sollte der Abstand zwischen Modulen, Wechselrichter und geeigneter Steckverbindung möglichst sinnvoll gewählt werden.

Balkonkraftwerk auf dem Flachdach

Ein Flachdach kann ebenfalls einen sehr guten Standort darstellen. Besonders Garagen, Carports oder kleinere Anbauten bieten oft ausreichend freie Fläche für ein oder mehrere Module.

Der große Vorteil liegt in der flexiblen Ausrichtung. Die Module können auf einer geeigneten Unterkonstruktion so aufgestellt werden, dass sowohl Himmelsrichtung als auch Neigungswinkel möglichst günstig sind.

Dabei muss allerdings auf die Belastbarkeit des Daches geachtet werden. Zusätzlich zum Gewicht der Module und der Unterkonstruktion können je nach Befestigungssystem Ballastierungen notwendig sein. Diese verhindern, dass die Anlage bei Wind verrutscht oder angehoben wird.

Außerdem darf die Dachhaut nicht beschädigt werden. Bei empfindlichen Abdichtungen ist eine Konstruktion sinnvoll, die ohne Bohrungen auskommt oder speziell für den jeweiligen Dachtyp entwickelt wurde.

Nicht jedes Flachdach ist automatisch geeignet. Befinden sich beispielsweise hohe Mauern, Schornsteine oder technische Aufbauten in unmittelbarer Nähe, können diese die Module verschatten und den Ertrag reduzieren.

Solarmodule im Garten aufstellen

Auch ein Garten kann als Standort genutzt werden. Besonders praktisch ist diese Variante für Hausbesitzer, die weder einen geeigneten Balkon noch ein nutzbares Dach zur Verfügung haben.

Im Garten lassen sich die Module häufig sehr flexibel ausrichten. Dadurch kann ein sonniger Bereich gewählt werden, der möglichst lange frei von Schatten bleibt. Gleichzeitig ist die Anlage leicht zugänglich, was die Kontrolle und Reinigung erleichtert.

Allerdings muss auch hier auf eine sichere Befestigung geachtet werden. Ein einfacher Standfuß reicht bei stärkerem Wind möglicherweise nicht aus. Je nach System kann eine zusätzliche Beschwerung oder feste Verankerung notwendig sein.

Der Standort sollte außerdem so gewählt werden, dass die Module nicht im Alltag stören. Laufwege, Spielflächen oder regelmäßig genutzte Gartenbereiche sind daher weniger geeignet.

Fassadenmontage als Alternative

In bestimmten Situationen kann auch die Hausfassade für ein Balkonkraftwerk genutzt werden. Das bietet sich beispielsweise an, wenn kein geeigneter Balkon vorhanden ist oder eine freie Wandfläche besonders günstig zur Sonne ausgerichtet ist.

Eine senkrechte Montage führt zwar nicht in jeder Jahreszeit zum maximal möglichen Ertrag, kann aber durchaus sinnvoll sein. Besonders im Winter steht die Sonne tiefer, wodurch vertikal montierte Module vergleichsweise günstige Einstrahlungsbedingungen haben können.

Bei der Fassadenmontage ist die sichere Befestigung besonders wichtig. Je nach Wandaufbau müssen geeignete Dübel, Schrauben und Halterungen verwendet werden. Wärmedämmverbundsysteme oder empfindliche Fassaden erfordern besondere Lösungen.

Wer ein Balkonkraftwerk kaufen möchte, sollte deshalb nicht nur die Leistung der Solarmodule vergleichen, sondern bereits vor der Bestellung festlegen, wo die Anlage installiert werden soll und welches Montagesystem dafür geeignet ist. Balkon, Terrasse, Garten, Flachdach und Fassade stellen jeweils andere Anforderungen an Befestigung, Ausrichtung und Kabelführung.

Wie viele Solarmodule sind sinnvoll?

Die benötigte Anzahl der Module hängt sowohl vom verfügbaren Platz als auch vom gewünschten Ertrag ab. Für kleinere Balkone kann bereits ein einzelnes Modul eine interessante Lösung sein. Wer mehr Platz zur Verfügung hat, kann mehrere Module kombinieren.

Entscheidend ist nicht ausschließlich die maximale Leistung der Anlage. Wichtig ist auch, wann der produzierte Strom im Haushalt genutzt werden kann. Ein Balkonkraftwerk arbeitet besonders wirtschaftlich, wenn ein großer Anteil des erzeugten Stroms direkt verbraucht wird.

Typische Dauerverbraucher sind beispielsweise Kühlschrank, Router, Stand-by-Geräte, Aquarium oder andere elektrische Geräte, die auch tagsüber regelmäßig Strom benötigen. Je höher dieser Grundverbrauch ist, desto mehr Solarstrom kann unmittelbar im eigenen Haushalt eingesetzt werden.

Wer tagsüber kaum zu Hause ist und nur einen geringen Grundverbrauch hat, sollte deshalb nicht automatisch die größtmögliche Anlage wählen.

Wechselrichter und technische Ausstattung beachten

Neben den Solarmodulen gehört der Wechselrichter zu den wichtigsten Bauteilen eines Balkonkraftwerks. Er wandelt den von den Modulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um, der im Haushalt genutzt werden kann.

Bei der Auswahl sollte darauf geachtet werden, dass Wechselrichter und Module technisch zueinander passen. Viele Komplettsets sind bereits entsprechend abgestimmt, was die Planung erleichtert.

Je nach Modell können Wechselrichter außerdem Funktionen zur Überwachung der Stromproduktion bieten. Über eine App oder ein Online-Portal lässt sich dann nachvollziehen, wie viel Energie die Anlage aktuell erzeugt und wie hoch der Ertrag über einen bestimmten Zeitraum war.

Solche Daten können helfen, das eigene Verbrauchsverhalten besser an die Stromproduktion anzupassen. Beispielsweise können Waschmaschine, Geschirrspüler oder andere Geräte bevorzugt dann genutzt werden, wenn die Solarmodule ausreichend Strom liefern.

Sicherheit und Montage nicht unterschätzen

Auch wenn Balkonkraftwerke vergleichsweise kompakte Solaranlagen sind, sollte die Montage sorgfältig erfolgen. Besonders bei erhöhten Standorten muss gewährleistet sein, dass sich kein Modul lösen oder herabfallen kann.

Halterungen sollten deshalb zum jeweiligen Montageort passen und entsprechend den Vorgaben des Herstellers installiert werden. Improvisierte Befestigungen sind keine gute Lösung.

Ebenso wichtig ist eine geschützte Kabelführung. Kabel sollten weder dauerhaft geknickt noch so verlegt werden, dass sie zu Stolperfallen werden oder durch scharfe Kanten beschädigt werden können.

Wer sich bei der Montage oder beim elektrischen Anschluss unsicher ist, sollte einen Fachmann hinzuziehen. Das gilt besonders dann, wenn bauliche Veränderungen vorgenommen werden müssen oder Unsicherheit über die vorhandene Elektroinstallation besteht.

Fazit: Der Standort entscheidet über die passende Anlage

Ein Balkonkraftwerk lässt sich heute an deutlich mehr Orten einsetzen, als der Name vermuten lässt. Neben dem klassischen Balkongeländer kommen auch Terrasse, Garten, Flachdach, Garage oder Fassade infrage.

Welche Variante am besten zum eigenen Zuhause passt, hängt vor allem von Platzangebot, Sonneneinstrahlung, Verschattung und Befestigungsmöglichkeiten ab. Deshalb sollte die Standortwahl immer vor der Entscheidung für ein bestimmtes Set erfolgen.

Wer den verfügbaren Platz sorgfältig prüft, auf eine sichere Montage achtet und die Größe der Anlage an den eigenen Stromverbrauch anpasst, schafft gute Voraussetzungen für einen hohen Eigenverbrauch. So kann ein Balkonkraftwerk dabei helfen, dauerhaft einen Teil des Haushaltsstroms selbst zu erzeugen und die Stromkosten zu reduzieren.

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