Müllproblem in Berlin: Illegaler Sperrmüll verstopft Straßen und Plätze

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Was lässt sich gegen illegalen Sperrmüll machen? Aktuell stehen die Berliner wieder einmal vor dem Problem, dass die öffentlichen Straßen und Plätze durch Abfall verunstaltet werden. Auch die Umwelt leidet.

Illegaler Sperrmüll in Berlin: Die öffentlichen Straßen und Plätze werden zugemüllt

Warum muss illegaler Sperrmüll auf die Straßen und Plätze gestellt werden? Die Abholung ist in Berlin wie auch anderswo besonders einfach und nicht aufwendiger, als all das Zeug auf die Straße zu stellen. Doch die widerrechtliche Entsorgung boomt nach wie vor, sodass sich bereits eine Sperrmüll-Mafia gebildet hat.

Diese wird immer wieder von den Behörden zerschlagen, doch es finden sich rasch neue Strukturen, die die illegale Entsorgung anbieten. Dabei kann die Sperrmüll Abholung in Berlin durch professionelle Unternehmen durchgeführt werden.

Die aktuelle Lage in der Hauptstadt

In kaum einer deutschen Stadt ist es so schlimm wie in Berlin, scheint es. Illegaler Sperrmüll, so weit das Auge reicht! Pro Jahr muss die Stadt rund 4,5 Millionen Euro ausgeben, um den Abfall von öffentlichen Straßen und Plätzen wieder zu entfernen. Die Hauptstadt hat nicht nur ein Problem mit Hundehaufen und Kleinmüll, sondern auch mit abgelegten Sofas, Sesseln, Fernsehgeräten und Schränkchen.

Viele Berliner haben sich mittlerweile an den Anblick gewöhnt. Sie ärgern sich zwar immer noch darüber, doch fühlen sich machtlos. Es scheint, als hätte man aufgegeben, das Problem in den Griff zu bekommen. Dabei trifft es einige Stadtteile besonders hart. In Friedrichshain-Kreuzberg sind die Entsorger von der Stadt fast täglich unterwegs, um den illegalen Sperrmüll zu beseitigen. Auch widerrechtlich abgeladener Bauschutt ist darunter, dazu kommen sogar Autowracks.

Hier stößt die Müllabfuhr an ihre Grenzen und es braucht Spezialfirmen, um die Berge zu beseitigen. Spitzenreiter unter den Müll-Bezirken ist Neukölln, Schlusslicht bildet Marzahn-Hellersdorf. Pro Jahr sind es rund 30.000 m³ widerrechtlicher Sperrmüll, die beseitigt werden müssen. Das Land Berlin muss die Rechnung tragen, die von der Stadtreinigung übermittelt wird.

 Traurig, dass die bereits im Jahr 2017 beschlossenen Maßnahmen zur Müllbeseitigung und -vermeidung nicht zu fruchten scheinen. ( Foto: Shutterstock ArTono_)

Traurig, dass die bereits im Jahr 2017 beschlossenen Maßnahmen zur Müllbeseitigung und -vermeidung nicht zu fruchten scheinen. ( Foto: Shutterstock ArTono_)

Maßnahmen schon 2017 beschlossen

Traurig, dass die bereits im Jahr 2017 beschlossenen Maßnahmen zur Müllbeseitigung und -vermeidung nicht zu fruchten scheinen.

Denn noch immer haben die Hauptstädter ein Problem mit dem Müllaufkommen und das trotz der gut überlegten Maßnahmen wie:

  • Einbeziehung und Aufklärung der Öffentlichkeit
  • Engagement der Bürger gegen Verschmutzung in öffentlichen Parks stärken
  • Festlegen flexibler Reinigungstermine für Straßen und Plätze

Doch all diese Maßnahmen scheinen zumindest bislang nicht viel gebracht zu haben. Anwohner berichten darüber, dass die Berliner Stadtreinigung etwa alle zwei Wochen käme, um die Entsorgung des illegalen Sperrmülls vorzunehmen. Doch sobald der Abfall beseitigt sei, komme wieder neuer hinzu. Dabei sind es wohl nicht nur Privatpersonen, die die öffentlichen Plätze und Straßen mit Unrat verstopfen, sondern es sich auch ansässige Gewerbebetriebe, die hier unerlaubt ihren Müll beseitigen.

Mittlerweile hat die Verwaltung erkannt, dass der Weg zu einer sauberen Stadt wohl nur über den Geldbeutel der Müllsünder führe, denn das nötige Verantwortungsgefühl gegenüber den Mitmenschen und der Umwelt scheine nicht vorhanden zu sein. Also müssten Bußgelder her, die das falsche Verhalten der Bürger und Unternehmen bestrafen.

Maßnahmen gegen illegalen Sperrmüll in Berlin

Nachdem erkannt wurde, dass illegaler Sperrmüll als Problem zu behandeln ist, gab es in der Hauptstadt vielfältige Ansätze, um der Sache zu begegnen. Es wurden beispielsweise Bürgerinitiativen gegründet, die sich mit der Aufklärung der Bürger und mit Petitionen gegen den Abfall zur Wehr setzen wollen. Die Stadtreinigung setzte hingegen auf „Sperrmüllaktionstage“, an denen die Stadt wieder gründlich gereinigt wurde. Bisher brachten die verschiedenen Ansätze allerdings noch eher mäßigen Erfolg.

Die Stadtreinigung hat daher mit vier Bezirken pauschale Verträge über die Reinigung geschlossen. ( Foto: Shutterstock Mickis-Fotowelt )

Die Stadtreinigung hat daher mit vier Bezirken pauschale Verträge über die Reinigung geschlossen. ( Foto: Shutterstock Mickis-Fotowelt )

Die Gesamtstrategie „Saubere Stadt“ (Video)

Illegaler Sperrmüll soll der Umwelt und den Bewohner der Hauptstadt zuliebe so weit wie möglich beseitigt und das Aufkommen generell vermieden werden. Schon Ende 2019 wurde daher durch das Berliner Abgeordnetenhaus die sogenannte Gesamtstrategie „Saubere Stadt“ entwickelt. Unter anderem wurden hierbei längere Öffnungszeiten der Recyclinghöfe vorgesehen, sodass die Menschen, die ihre alten Möbel abliefern wollten, nicht vor geschlossenen Türen stünden. Diese würden nur dazu beitragen, dass der Abfall aus Frust irgendwo abgeladen werden würde. Auch die häufigere Reinigung öffentlicher Straßen und Plätze war in der Gesamtstrategie vorgesehen.

Schon im Jahr zuvor, also in 2018, wurde ein Beschlusspapier abgefasst, in dem die Rede von einem Auftrag an den Senat war. Dieser sollte dem Parlament jedes halbe Jahr Bericht über die aktuelle Mülllage erstatten. Hierin wurden auch vorgesehen, ein bis dato laufendes Pilotprojekt unbefristet zu verlängern bzw. daraus eine dauerhafte Regelung zu machen. Es ging dabei um die Reinigung von bestimmten Parkanlagen.

Mithilfe der verschiedenen Projekte könnte die Stadtreinigung große Erfolge gegen die illegale Sperrmüllmafia und gegen das Müllaufkommen allgemein verzeichnen. Als sehr hilfreich dürfte sich hier das neue Recyclingzentrum erweisen, welches in der Gradestraße von Neukölln eröffnet worden ist.

Es bietet besonders lange Öffnungszeiten und ist montags bis freitags von 08:30 bis 18:00 Uhr und samstags von 07:00 bis 16:30 Uhr geöffnet. Damit wird eine Entlastung der Müllsituation deutlich leichter möglich.

Video: Berlin versinkt im Dreck: Müll-Chaos im Kiez | Focus TV Reportage

Trotzdem keine Lösung in Sicht?

Doch wer durch die Straßen der Hauptstadt geht und hier einen Blick unter anderem auf die Straßen und Plätze Neuköllns wirft, fragt sich, wie genau der angeblich positive Effekt des neuen Recyclingzentrum und anderer Initiativen wohl aussehen mag. Denn Fakt ist, dass sich immer noch illegaler Müll auf den Straßen befindet. So mancher WG-Bewohner findet das nicht einmal schlecht, konnte er oder sie sich doch damit das WG-Zimmer einrichten und das Geld für neue Möbel sparen. Doch im Sinne des Erfinders ist das nicht!

Die Stadtreinigung hat daher mit vier Bezirken pauschale Verträge über die Reinigung geschlossen. Dies sind Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinickendorf und Friedrichshain-Kreuzberg. Zumindest dort soll der Sperrmüll besser entsorgt werden und sich nicht wochenlang in der Öffentlichkeit wiederfinden.

Als hilfreich könnte sich zudem die „NochMall“ erweisen, ein Gebrauchtkaufhaus in Reinickendorf. Insgesamt sind vier dieser Kaufhäuser geplant, in denen noch nutzbarer Sperrmüll zu einem geringen Preis angeboten wird.

Weitere Lösungsmöglichkeiten sind zum Beispiel:

  • Bauschuttbeseitigung effektiver gestalten durch geringere oder keine Gebühren bei Annahme
  • Einsatz von „Tonnen-Toni“ in einzelnen Stadtbezirken (Displays an Tonnen mit Infos zur Abfallsammlung in Biotonnen)
  • Mobile Fahrradküche von „Restlos glücklich e. V.“ zur Verteilung von noch verwendbaren Lebensmitteln
  • Aktion „Kehrenbürger“: Sammeln und Entsorgen von Müll und Abfall
  • “Repair-Café“ in Steglitz-Zehlendorf: findet monatlich statt und dient der Reparatur defekter Geräte

Dennoch berichten Anwohner nach wie vor, dass sie auf die Straße gingen und dort, wo am Vortag alles beräumt wurde, sei am folgenden Tag bereits neuer Abfall vorhanden. Mittlerweile haben sich viele an das Stadtbild gewöhnt und einige finden Sperrmüllberge sogar weniger schlimm als anderen Müll, Essensreste oder weitere Verschmutzungen. Manche Obdachlose nutzen alte Sofas oder Sessel sogar ganz praktisch und übernachten dort.

Natürlich kann das keine Lösung sein und die Stadtreinigung sowie der Berliner Senat müssen wirklich tragfähige Lösungen finden, um dem Müllproblem Herr zu werden. Denn eines ist klar: Dafür, dass es sich um die Hauptstadt der Bundesrepublik handelt, wirkt diese recht wenig repräsentabel.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass trotz der mittlerweile mehr als vier Jahre währenden Diskussion und Lösungsfindung im Senat immer noch ein Müllproblem auf den Berliner Straßen und Plätzen herrscht. ( Foto: Shutterstock Animaflora PicsStock_)

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass trotz der mittlerweile mehr als vier Jahre währenden Diskussion und Lösungsfindung im Senat immer noch ein Müllproblem auf den Berliner Straßen und Plätzen herrscht. ( Foto: Shutterstock Animaflora PicsStock_)

Fazit: Illegales Müllaufkommen in Berlin immer noch ein Problem

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass trotz der mittlerweile mehr als vier Jahre währenden Diskussion und Lösungsfindung im Senat immer noch ein Müllproblem auf den Berliner Straßen und Plätzen herrscht. Entsorgungsunternehmen schießen wie Pilze aus dem Boden, doch viele davon sind unseriös.

Die Firmen aber, die sich mit der Entsorgung von alten Möbeln und anderen Haushaltsgegenständen befassen und das seriös betreiben, sind häufig ausgebucht. Die Kosten für eine solch professionelle Entsorgung hingegen sind moderat und deutlich niedriger als die zu erwarteten Bußgelder für die unerlaubte Müllbeseitigung!

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