Schlechte Bonität: 5 Gründe & Ursachen und die Top-Checkliste zum Verbessern der Bonität

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Eine schlechte Bonität muss tunlichst vermieden werden! Der Grund: Wenn der Bonitätsscore niedrig und damit die Kreditwürdigkeit schwach ist, werden Einkäufe schlechter finanzierbar und Kreditanträge abgelehnt.

Fünf Gründe für eine schlechte Bonität

Die eigene Kreditwürdigkeit spielt oft so lange keine Rolle, bis ein Kreditantrag abgelehnt wird oder die Zahlung per Rechnung bei Onlinekäufen nicht möglich ist.

Sicherlich kann nun versucht werden, einen Kredit trotz schlechter Bonität zu bekommen, was durch Privatkredite oder sogenannte Schweizer Kredite möglich ist. Doch weitaus sinnvoller ist es, die Ursachen für eine schlechte Bonität zu hinterfragen und entsprechend zu handeln.

Die folgenden Gründe für einen schlechten Bonitätsscore treten besonders häufig auf:

  1. Unpünktliche Zahlungen

    Wer Zahlungsverpflichtungen nicht pünktlich nachkommt, muss mit negativen Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit rechnen. Bei einer Bonitätsprüfung wird sich in der Folge zeigen, dass häufiger Zahlungsfristen versäumt und Mahnungen verschickt wurden. Möglicherweise liegt sogar ein Eintrag ins Schuldnerverzeichnis vor. Dies alles zusammengenommen wirkt sich sehr negativ auf die Kreditwürdigkeit aus und führt zu einem schlechteren Bonitätsscore.

  2. Ratenkredite nicht regelmäßig bedient

    Ratenkredite sind für den Bonitätsscore sogar gut, aber nur, wenn sie auch regelmäßig bedient werden. Das heißt, dass ein Kreditnehmer, der mit seinen Tilgungsraten zurückbleibt, schlechter eingestuft wird. Es können sogar hohe Kredite aufgenommen werden, diese verschlechtern die Kreditwürdigkeit nicht. Es muss sich bei der Bonitätsprüfung aber immer zeigen, dass die Kredite regelmäßig getilgt werden.

  3. Die Bank kündigt das Darlehen

    Stellt sich heraus, dass der Kreditnehmer nicht in der Lage ist, seinen Kreditverpflichtungen nachzukommen, kann die Bank das Darlehen unter Umständen kündigen. Das wiederum bringt eine schlechte Bonität. Sollte tatsächlich der Fall eintreten, dass eine Rate nicht gezahlt werden kann, sollte das Gespräch mit der kreditgebenden Bank gesucht werden, sodass gegebenenfalls ein Zahlungsaufschub erwirkt werden kann.

  4. Zu viele Kreditanfragen

    Häufige Kreditanfragen verschlechtern den Bonitätsscore. Besser ist es daher, Konditionsanfragen zu stellen. Diese werden nicht in der SCHUFA oder einer anderen Auskunftei vermerkt und führen auch nicht dazu, dass dem Anfragenden unterstellt wird, scheinbar keine Kredite bewilligt zu bekommen.

  5. Falscher Wohnort

    Sogar der Wohnort kann sich negativ bei einer Bonitätsprüfung auswirken! Wer in einer Wohngegend mit hoher Arbeitslosigkeit und schlechtem Einkommen lebt, muss mit einer Abstufung der Kreditwürdigkeit rechnen. Anders wird dies nur gehandhabt, wenn die betreffende Person schon lange in dieser Gegend lebt und dennoch gute Einkommensverhältnisse vorweisen kann. Denn: Wer lange an einem Wohnort verbleibt, ist für seine Gläubiger gut erreichbar.

Eine ausreichende Bonität gibt an, dass eine Person ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. ( Foto: Shutterstock-Antonio Guillem )

Eine ausreichende Bonität gibt an, dass eine Person ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. ( Foto: Shutterstock-Antonio Guillem )

Die Top-Checkliste zum Verbessern der Bonität

Eine schlechte Bonität muss nicht auf Dauer hingenommen werden! Es ist mit einigen einfachen Methoden möglich, eine negative in eine positive Kreditwürdigkeit zu wandeln.

Eine große Rolle spielen dabei die Auskunfteien: Bitte immer die SCHUFA im Blick behalten!

Hier kommen die wichtigsten Punkte, mit denen sich eine schlechte Bonität verbessern lässt:

  • Daten kontrollieren

    Die persönlichen Daten bei der SCHUFA sollten immer wieder kontrolliert werden und das bestenfalls wenigstens einmal im Jahr. Nicht alle eingetragenen Merkmale sind richtig oder haben überhaupt noch Bestand, daher ist es nötig, die Daten zu prüfen. Die SCHUFA und andere Auskunfteien sind verpflichtet, falsche oder fehlerhafte Daten zu löschen bzw. zu korrigieren.

  • Konditionsanfragen stellen

    Kreditanfragen werden seitens der Bank bei der SCHUFA gemeldet und dort vermerkt. Für alle anderen Anfragenden sieht es so aus, als ob die betreffende Person sehr viele Anfragen stellen müsste, weil scheinbar keine Kredite vergeben werden. Wird dagegen eine Konditionsanfrage gestellt, wird diese nicht vermerkt. Man beachte dabei, dass eine Kreditanfrage bis zu zwölf Monate vermerkt werden und demzufolge auch solange den Bonitätsscore beeinflussen. Beim Prüfen einer Konditionsanfrage hingegen wird der Bonitätsscore nicht beeinflusst.

  • Löschfristen beachten

    Für verschiedene Eintragungen gibt es Löschfristen. Diese sollten vor neuerlichen Kreditanfragen verstrichen sein, denn nur so lassen sich die Chancen auf einen positiven Entscheid des Antrags verbessern. Damit es gar nicht erst zu einer Eintragung kommt, sollten Rechnungen stets pünktlich beglichen und somit Mahnungen vermieden werden. Findet sich der negative Eintrag auch nach Ablauf der Löschungsfrist in der SCHUFA wieder, sollte nach dem Prüfen ein entsprechender Antrag auf Löschung gestellt werden.

  • Nicht zu oft umziehen

    Der Wohnort spielt bei der Einstufung der Kreditwürdigkeit eine Rolle. Wer in einer „schlechten“ Wohngegend lebt, muss damit rechnen, dass der Bonitätsscore entsprechend niedrig ausfällt. Doch auch diejenigen, die häufig umziehen, müssen mit einer Herabsetzung des eigenen Scores rechnen. Unstete Menschen sind bei den Banken wenig beliebt, denn sie sind für die Gläubiger nur schwer erreichbar. Es wird unterstellt, dass mit den häufigen Umzügen versucht wird, die Identität zu verschleiern.

  • Keine unnötigen Konten und Karten

    Als unzuverlässig gilt der- oder diejenige, der oder die unnötig viele Girokonten führt und mehrere Kreditkarten besitzt. Da kaum jemand wirklich mehrere Konten braucht, sollten diese gekündigt werden. Dies gilt synonym auch für die Kreditkarten. Bitte prüfen, ob das Konto gebraucht wird! Wichtig ist aber, dass möglichst lange ein Konto geführt wird, denn die Treue zu einer Bank wird positiv bewertet.

    Wer den Bonitätsscore verbessern möchte, verzichtet daher auf unnötig viele Girokonten und bleibt bei einem oder zwei Konten. Das gilt auch für Kreditkarten, von denen eine oder zwei ausreichend sind. (Foto: Shutterstock-_pathdoc)

    Wer den Bonitätsscore verbessern möchte, verzichtet daher auf unnötig viele Girokonten und bleibt bei einem oder zwei Konten. Das gilt auch für Kreditkarten, von denen eine oder zwei ausreichend sind. (Foto: Shutterstock-_pathdoc)

  • Nicht zu viel ausgeben

    Ein einfaches Mittel, um eine schlechte Bonität zu verbessern: Nicht mehr so viel Geld ausgeben! Das klingt einfach, ist aber, wenn sich eine gewisse Gewohnheit eingestellt hat, nicht so einfach zu realisieren. Wer nun also eine negative SCHUFA vermeiden möchte, gibt besser nicht mehr aus, als er oder sie einnimmt.

    Damit wird auch vermieden, dass der Dispo ausgereizt wird. Dieser darf gern vorhanden sein und das auch möglich hoch, doch wirklich genutzt werden sollte er im Sinne einer guten SCHUFA nicht.

    Zumal die Dispo-Zinsen sehr hoch sind, wie die Tabelle zeigt:


    Dispo Zinsen, Überziehungszinsen (überregionale Banken)
    Bank Zinssatz Dispositionskredit Zinssatz Geduldete Überziehung
    Commerzbank (Klassik Konto) 8,75 % 11,25 %
    Degussa Bank 9,63 % 14,23 %
    Deutsche Bank 10,90 % 14,90 %
    Hypovereinsbank 10,63 % 10,63 %
    Merkur Bank 5,37 % 10,37 %
    National-Bank (exklusiv Konto) 7,75 % 12,25 %
    Oldenburgische Landesbank (Prmium Konto) 7,92 % 14,12 %
    Postbank (extra plus Konto) 8,46 % 12,60 %
    Steyler Bank (Ethik-Giro-Konto) 8,00 % 12,00 %
    Südwestbank
    (Exklusiv Konto)
    6,62 % 11,12 %
    Targobank
    (Komfort Konto)
    12,43 % 15,43 %
    Quelle: Stiftung Warentest 11/2020, eigene Recherchen

  • Kredite umschulden

    Wenn mehrere Kredite laufen, kann es sinnvoll sein, eine Umschuldung vorzunehmen. Dabei werden diese Kredite zu einem einzigen Darlehen zusammengefasst, das bestenfalls deutlich kostengünstiger ist, weil der Zinssatz viel niedriger angelegt ist. Ein eingehender Vergleich der Zinsen ist dafür nötig, auch muss die tatsächliche Ersparnis vor dem Hintergrund möglicher Vorfälligkeitsgebühren berechnet werden. Unbedingt vorher prüfen!

Eine Bonitätsprüfung hat gezeigt, dass eine negative Bonität vorliegt. Das heißt, die Kreditwürdigkeit ist nicht ausreichend und ein Kreditantrag wird abgelehnt werden. ( Foto: Shutterstock- dpVUE .images)

Eine Bonitätsprüfung hat gezeigt, dass eine negative Bonität vorliegt. Das heißt, die Kreditwürdigkeit ist nicht ausreichend und ein Kreditantrag wird abgelehnt werden. ( Foto: Shutterstock- dpVUE .images)

Häufig gestellte Fragen zur Bonität

Wieso habe ich eine schlechte Bonität?

Eventuell muss das eigene Zahlungsverhalten überdacht werden, wenn die Bonität schlecht ist. Wenn Rechnungen nicht pünktlich gezahlt wurden, Kreditraten nicht überwiesen werden oder viele verschiedene Konten auf Deinen Namen lauten, wird die Bonität herabgesetzt.

Wann bekommt man eine schlechte Bonität?

Eine schlechte Bonität kann entstehen, wenn Rechnungen nicht rechtzeitig angewiesen und in der Folge Mahnungen verschickt werden. Das Stellen vieler Kreditanfragen, die Kündigung eines Kontos oder eines Kredits seitens der Bank oder die Kündigung von Versicherungsverträgen durch den Versicherer wirkt sich ebenfalls negativ auf die Bonität aus. Sogar der Wohnort kann eine schlechte Bonität verursachen.

Wie kann man die Bonität verbessern?

Das Verbessern der Bonität geht über die Umkehrung der Faktoren, die zu einer Verschlechterung geführt haben: Rechnungen werden pünktlich bezahlt, keine Mahnungen riskiert. Kreditraten werden regelmäßig getilgt, es sind nur die absolut notwendigen Konten und Kreditkarten vorhanden. Außerdem wird ein Dispo eingerichtet, der aber nicht ausgereizt werden darf.

Was bedeutet Bonität nicht ausreichend?

Ist die Bonität nicht ausreichend, wird kein Kredit vergeben. Die Bank wird den Antrag ablehnen oder ihn zumindest in Bezug auf den Kreditbetrag deutlich herabsetzen. Eine nicht ausreichende Bonität kann auch dafür sorgen, dass Telefonverträge nicht zustande kommen, eine Wohnung nicht gemietet werden oder ein Konto nicht eröffnet werden kann.

Was ist eine ausreichende Bonität?

Eine ausreichende Bonität wird bescheinigt, wenn das Zahlungsverhalten eines Verbrauchers oder Unternehmens als zuverlässig eingestuft wird. Es ist damit möglich, Kredite zu günstigen Konditionen zu erhalten, Einkäufe per Rechnung zu bezahlen und gewünschte Finanzierungen abschließen zu können.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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