Negative Bonität: 5 Gründe & Ursachen und eine Checkliste zum Verbessern der Bonität

Ehe es daran gehen kann, eine negative Bonität zu verbessern, müssen erst einmal die Ursachen dafür gefunden werden. Dafür ist es nötig, die eigene Bonität immer wieder selbst zu prüfen und das Zahlungsverhalten entsprechend zu steuern.

Niedriges Rating bei der SCHUFA: Fünf Gründe für eine negative Bonität

Eine negative Bonität beginnt bereits bei einem Wert von unter 95 Prozent, auch wenn das überraschend sein mag. Doch: Je höher der Bonitätsscore ist, desto besser ist auch die Kreditwürdigkeit. Wenn zum Beispiel ein Kredit aufgenommen werden soll, wird die entsprechende Anfrage bei der Bank gestellt.

Diese wiederum wird eine Bonitätsprüfung in Auftrag geben, in deren Folge ein für den Kunden schlechter Wert herauskommt. Nun steht es schlecht um den Kredit und es muss darum gehen, eine negative Bonität zu verbessern.

Die folgenden Gründe lassen die Kreditwürdigkeit sinken:

  1. Zu viele Kreditanfragen

    Häufig liegt eine negative Bonität vor allem daran, dass zu viele Kreditanfragen gestellt werden. Wer ein Darlehen braucht, geht mit seinem Wunsch zur Bank und lässt sich ein Kreditangebot ausstellen. Da man aber schließlich den Vergleich haben möchte, werden zu weiteren Banken andere Kreditanfragen übermittelt.

    Diese Anfragen werden nun allerdings an die SCHUFA gesendet, wo sie für 12 Monate gespeichert werden. Für die Dauer eines Jahres wird nun eine Bonitätsprüfung ergeben, dass hier jemand scheinbar immer wieder Kreditanfragen stellt und keinen Kredit erhält. Besser: Konditionsanfragen stellen!

  2. Zu viele Konten und Kreditkarten

    Konten und Kreditkarten werden häufig in deutlich größerer Anzahl geführt als benötigt. Kaum jemand braucht mehr als ein bis zwei Konten und Kreditkarten – alles, was über diese Zahl hinausgeht, ist zu viel. Die Banken unterstellen, dass hier wohl jemand versuchen könnte, die Karten und Konten zu überziehen. Es wird direkt eine schlechtes Finanzverhalten unterstellt. Besser: Nur Konten und Kreditkarten in der benötigten Zahl führen!

    Kaum jemand braucht mehr als ein bis zwei Konten und Kreditkarten – alles, was über diese Zahl hinausgeht, ist zu viel. ( Foto: Shutterstock-pathdoc )

    Kaum jemand braucht mehr als ein bis zwei Konten und Kreditkarten – alles, was über diese Zahl hinausgeht, ist zu viel. ( Foto: Shutterstock-pathdoc )

  3. Schlechte Zahlungsmoral

    Rechnungen werden erst auf den letzten Drücker bezahlt, teilweise flattern schon die Mahnungen ins Haus. Eine Finanzierungsrate für das Auto wird nicht pünktlich gezahlt und auch die Raten für den Hauskredit hinken gewaltig hinterher. Wer eine solch schlechte Zahlungsmoral aufweist, muss sich nicht wundern, wenn die Banken dem Einhalt gebieten und dafür sorgen, dass keine Kredite oder Finanzierungen mehr möglich sind. Das Ausfallrisiko ist einfach zu groß. Besser: Pünktlich zahlen und die gegebenen Fristen einhalten!

  4. Zu viele Kleinkredite

    Eine neue Couch, der Anbau am Haus, das neue Auto und der Urlaub – alles wurde per Kredit finanziert. Welche Auswirkungen das auf den Bonitätsscore hat, wurde dabei schlichtweg vergessen. Denn: Viele Kleinkredite lassen die Kreditwürdigkeit sinken und beim Prüfen der Bonität zeigt sich, dass sich hier wohl jemand mit seinen Ausgaben übernimmt. Eine negative Bonität entsteht zwar nicht zwangsläufig durch mehrere Kredite, doch es wird unterstellt, dass die betreffende Person schlecht mit dem Geld haushalten kann. Besser: Eine Umschuldung vornehmen und die Kleinkredite ablösen!

  5. Dispo am Limit

    Ein möglichst hoher Dispo ist gut für den Bonitätsscore und kann diesen sogar verbessern. Beim Prüfen der Bonität zeigt sich aber, dass ein Dispo, der tatsächlich in Anspruch genommen und im schlimmsten Fall sogar ausgereizt wird, ungünstig ist.

    Das gilt übrigens auch wegen der hohen Dispozinsen, die, wie hier in der Tabelle ersichtlich, sehr hohe Werte annehmen können.


    Dispo Zinsen, Überziehungszinsen (überregionale Banken)
    Bank Zinssatz Dispositionskredit Zinssatz Geduldete Überziehung
    Commerzbank (Klassik Konto) 8,75 % 11,25 %
    Degussa Bank 9,63 % 14,23 %
    Deutsche Bank 10,90 % 14,90 %
    Hypovereinsbank 10,63 % 10,63 %
    Merkur Bank 5,37 % 10,37 %
    National-Bank (exklusiv Konto) 7,75 % 12,25 %
    Oldenburgische Landesbank (Prmium Konto) 7,92 % 14,12 %
    Postbank (extra plus Konto) 8,46 % 12,60 %
    Steyler Bank (Ethik-Giro-Konto) 8,00 % 12,00 %
    Südwestbank
    (Exklusiv Konto)
    6,62 % 11,12 %
    Targobank
    (Komfort Konto)
    12,43 % 15,43 %
    Quelle: Stiftung Warentest 11/2020, eigene Recherchen

    Besser: Dispo zwar beantragen und eine möglichst hohe Summe vereinbaren, dennoch mit den normalen Einnahmen auskommen!

Beim Prüfen der eigenen Daten stellt sich heraus, dass diese nicht korrekt sind? Dann sollten diese unbedingt geändert werden! (Foto: Shutterstock-Marta Design )

Beim Prüfen der eigenen Daten stellt sich heraus, dass diese nicht korrekt sind? Dann sollten diese unbedingt geändert werden! (Foto: Shutterstock-Marta Design )

Die Checkliste zum Verbessern des Bonitätsscores

Wer nun seinen Bonitätsscore verbessern möchte, sollte neben den bereits erwähnten Punkten unbedingt noch die folgenden Aspekte berücksichtigen. Dabei gilt, dass sich der Score nicht von heute auf morgen verbessern lässt, eine schlechte Bonität kann nur Stück für Stück verbessert werden.

Doch Kontinuität zahlt sich aus und so wird auch die schlechte SCHUFA wieder besser:

  1. Häufige Kontowechsel vermeiden

    Wie bereits gesagt wurde, sollten nur so viele Konten wie unbedingt nötig geführt werden. Verbraucher, die ihre Konten ständig wechseln, werden aber ebenso durch eine schlechte Bonität „belohnt“. Vielmehr wünschen sich Banken und Vertragspartner, dass jemand seiner Bank treu ist, das zeugt von Verlässlichkeit und Kontinuität. Ein verlässlicher Kunde wird seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen, das Ausfallrisiko ist damit für die Bank gering.

  2. Rechnungen vollständig zahlen

    Nicht jede Rechnung wird direkt bei der SCHUFA vermerkt. Sollten sich Zahlungsrückstände aber mehrmals zeigen, erfolgt der Eintrag und damit eine negative Bonität. Außerdem müssen Rechnungen vollständig bezahlt werden. Wer nur immer Teile davon begleicht, muss ebenfalls mit einem niedrigeren Bonitätsscore leben.

  3. Konditionsanfragen stellen

    Wer nur aus reinem Interesse an den aktuellen Zinsen eine Kreditanfrage stellt, verschlechtert damit seinen Bonitätsscore. Eine negative Bonität wird aber durch die bereits erwähnten Konditionsanfragen vermieden.

    Dabei wird nur nachgefragt, wie sich denn die Konditionen gestalten würden, wenn ein Kredit aufgenommen werden würde. Es wird keine feste Absicht zur Kreditaufnahme suggeriert. Ein entscheidender Unterschied für alle Banken und Gläubiger, die eine Bonitätsprüfung vornehmen lassen!

  4. Vor Datenmissbrauch schützen

    Wer Opfer eines Hackers geworden ist und wem dabei Daten gestohlen wurden, der kann dies der SCHUFA melden. Damit soll der Schutz vor künftigen Betrug sichergestellt werden und es soll eine eventuell negative Bonität durch den Betrug wieder ausgeglichen werden. Händler haben damit die Möglichkeit, sich nach der Anfrage bei der SCHUFA direkt an den Betreffenden zu wenden und zum Beispiel eine Bestellung verifizieren zu lassen.

  5. Korrektur falscher Daten

    Beim Prüfen der eigenen Daten stellt sich heraus, dass diese nicht korrekt sind? Dann sollten diese unbedingt geändert werden! Die SCHUFA sowie andere Auskunfteien sind dazu verpflichtet, solche Änderungen vorzunehmen, wenn sie nachweislich falsch sind. Fehlerhafte Daten oder veraltete Einträge, die eine negative Bonität bescheinigen würden, können damit ausgebessert werden.

    Wichtiger Tipp: Die eigenen Daten sollten unbedingt wenigstens einmal im Jahr zum Prüfen eingesehen werden. Dies ist sogar kostenlos möglich. Wer häufiger eine Bonitätsprüfung für die eigenen Daten vornehmen möchte, sollte ein Abo bei der SCHUFA abschließen. Damit ist die Übersicht über gespeicherte Daten zudem deutlich umfangreicher möglich.

Eine schlechte Bonität resultiert unter anderem aus einem unzuverlässigen Zahlungsverhalten. Nicht bezahlte Rechnungen, viele Girokonten und nicht getilgte Kreditraten verschlechtern die Bonität und senken den SCHUFA-Score. ( Foto: Shutterstock- Koto Amatsukami )

Eine schlechte Bonität resultiert unter anderem aus einem unzuverlässigen Zahlungsverhalten. Nicht bezahlte Rechnungen, viele Girokonten und nicht getilgte Kreditraten verschlechtern die Bonität und senken den SCHUFA-Score. ( Foto: Shutterstock- Koto Amatsukami )

FAQs zur Kreditwürdigkeit

Wieso habe ich eine schlechte Bonität?

Eine schlechte Bonität resultiert unter anderem aus einem unzuverlässigen Zahlungsverhalten. Nicht bezahlte Rechnungen, viele Girokonten und nicht getilgte Kreditraten verschlechtern die Bonität und senken den SCHUFA-Score. Damit werden positive Kreditentscheidungen schwerer zu bekommen.

Wann bekommt man eine schlechte Bonität?

Eine schlechte Bonität entsteht dadurch, dass Zahlungen nicht pünktlich oder nicht regelmäßig getätigt werden. Mahnungen und Inkasso-Verfahren senken den Bonitätsscore ebenso wie häufige Wohnort- und Kontenwechsel, zu viele Kreditkarten oder die Aufnahme mehrerer Kleinkredite.

Wie kann man die Bonität verbessern?

Die Bonität lässt sich verbessern, indem Rechnungen rechtzeitig zur Fälligkeitsfrist bezahlt werden. Kreditraten müssen pünktlich beglichen und Mahnungen damit vermieden werden. Kreditverträge sind ebenfalls gut, auch ein Umschulden kann ratsam sein. Die Bonität lässt sich zudem dadurch verbessern, dass nur noch wenige Konten und Kreditkarten geführt werden.

Was bedeutet Bonität nicht ausreichend?

Ist die Bonität nicht ausreichend, wird damit eine schlechte Kreditwürdigkeit bescheinigt. Es kann schwerer sein, einen Kredit zu bekommen, eine Finanzierung oder auch die Zahlung per Rechnung durchzuführen. Auch Immobilien lassen sich meist schlechter mieten, weil die Vermieter ebenfalls eine Bonitätsprüfung vornehmen und die Wohnung an den Interessenten vergeben, der eine hohe Kreditwürdigkeit hat.

Was ist eine ausreichende Bonität?

Eine ausreichende Bonität wird mit einem Bonitätsscore von 95 Prozent angegeben. Das Ausfallrisiko für den Gläubiger ist damit gering, es wird leichter, einen Kredit in der gewünschten Höhe zu bekommen, Versicherungs- und Handyverträge zu schließen und diese zu günstigen Konditionen gewährt zu bekommen.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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