Gute Bonität: 7 Vorteile und eine Checkliste zum Verbessern der Bonität

Die Bonität lässt sich verbessern, was mit ganz einfachen Mitteln möglich ist. Liegt eine gute Bonität vor, werden Kredite günstiger und Finanzierungen sind leichter möglich.

Gute Bonität gewünscht: Kreditwürdigkeit entscheidet über die Konditionen

Die Bonität wird auch als Kreditwürdigkeit bezeichnet und gibt an, wie gut ein Verbraucher oder ein Unternehmen in der Lage ist, Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Angegeben wird diese Fähigkeit mit dem sogenannten Bonitätsscore, der bestenfalls bei mindestens 95 Prozent liegt. Dann liegt eine gute Bonität vor.

Sehr gut wird sie ab einem Bonitätsscore von 97 Prozent, wobei die Rankings je nach Auskunftei unterschiedlich sind. Die hier bekannte SCHUFA ist nur die bekannteste dieser Auskunfteien.

Sieben Vorteile einer guten Bonität

Allgemein gilt: Je höher der Bonitätsscore, desto geringer ist das Risiko eines Zahlungsausfalls für die Gläubiger. Ein Score von 100 Prozent ist nicht erreichbar, da zumindest das Risiko des Versterbens immer noch bestehen bleibt.

Die Kreditwürdigkeit lässt sich prüfen, indem eine Anfrage bei der SCHUFA gestellt wird, wobei auch fehlerhafte Daten geändert werden können. Insgesamt haben verschiedene Punkte Einflüsse auf die Bonität, doch es sollte immer versucht werden, eine möglichst gute Bonität zu erreichen.

Diese Vorteile sind damit verbunden:

  1. Günstige Zinssätze

    Die Höhe der Zinsen von Krediten richtet sich auch nach der Bonität. Stellt sich beim Prüfen der Kreditwürdigkeit eines Kreditantragstellers heraus, dass dieser ein hohes Zahlungsausfallrisiko mitbringt, werden die Zinsen deutlich höher ausfallen. Eventuell wird der Kredit auch gar nicht gewährt bzw. nur mit einem niedrigeren Darlehensbetrag.

  2. Zahlung per Rechnung möglich

    Bei vielen Onlineshops wird die Zahlung per Rechnung angeboten, eine gute Bonität vorausgesetzt. Das heißt, dass der Verkäufer erst prüfen wird, ob die Kreditwürdigkeit der betreffenden Person gut oder weniger gut ist und erst dann wird diese Zahlungsmöglichkeit gewährt. Nicht selten kann der Einkäufer diese zwar auswählen, muss sie aber später in eine Zahlung per Vorkasse, Lastschrifteinzug oder eine andere Variante der Vorleistung abändern.

  3. Finanzierung von Einkäufen im Internet möglich

    In vielen Shops ist die Finanzierung der einzelnen Produktkäufe möglich. Doch auch hier wird eine gute Bonität vorausgesetzt, welche über die Bonitätsprüfung bestimmt wird. Dabei können bei entsprechender Bonität auch Produkte finanziert werden, die nur 100 Euro oder wenig mehr kosten.

  4. Günstige Versicherungsbedingungen

    Versicherungen lieben eine hohe Kreditwürdigkeit, denn auch sie wollen sicher sein, dass sie die vereinbarten Prämien fristgerecht erhalten. Wer eine gute Bonität vorweisen kann, wird folglich mit günstigen Versicherungsbedingungen belohnt werden.

    Versicherungen lieben eine hohe Kreditwürdigkeit, denn auch sie wollen sicher sein, dass sie die vereinbarten Prämien fristgerecht erhalten. (Foto: Shutterstock-Andrey_Popov )

    Versicherungen lieben eine hohe Kreditwürdigkeit, denn auch sie wollen sicher sein, dass sie die vereinbarten Prämien fristgerecht erhalten. (Foto: Shutterstock-Andrey_Popov )

  5. Wohnung leichter zu mieten

    Vermieter wollen sicher sein, dass sie ihre Miete auch erhalten und sich nicht etwa einen Mietnomaden ins Haus holen. Sie lassen die Bonität prüfen und entscheiden dann, wer von den Interessenten für eine Immobilie infrage kommt. Wer hier eine gute Bonität vorweisen kann, wird schneller und leichter an die Traumimmobilie kommen. Vermieter werden sich immer für die zuverlässig erscheinenden Mieter entscheiden und für eine derartige Beurteilung wird nun einmal die Kreditwürdigkeit mit einbezogen.

  6. Immobilienkredite leichter erhältlich

    Immobilienkredite werden über viele Tausend Euro vergeben, meist in sechsstelliger Höhe. Hier muss eine wirklich gute Bonität vorliegen, um ein solches Darlehen auch zu erhalten! Stellt sich beim Prüfen eine geringe Kreditwürdigkeit heraus, wird die Bank die Finanzierung ablehnen oder nur eine abgespeckte Version des beantragten Betrags anbieten, um sich selbst vor einem Zahlungsausfall zu schützen.

  7. Höherer Dispo möglich

    Das Girokonto kann mit einem Dispo versehen sein, der im Sinne einer hohen Kreditwürdigkeit bitte nicht ausgeschöpft wird. Dennoch stellt der Dispo eine Notlösung da, falls es finanziell mal eng werden sollte. Mit einer guten Bonität kann der Dispo deutlich großzügiger ausfallen.

    Doch Vorsichtig, die Zinsen sind hoch, wie die folgende Tabelle zeigt:

    Dispo Zinsen, Überziehungszinsen (überregionale Banken)
    Bank Zinssatz Dispositionskredit Zinssatz Geduldete Überziehung
    Commerzbank (Klassik Konto) 8,75 % 11,25 %
    Degussa Bank 9,63 % 14,23 %
    Deutsche Bank 10,90 % 14,90 %
    Hypovereinsbank 10,63 % 10,63 %
    Merkur Bank 5,37 % 10,37 %
    National-Bank (exklusiv Konto) 7,75 % 12,25 %
    Oldenburgische Landesbank (Prmium Konto) 7,92 % 14,12 %
    Postbank (extra plus Konto) 8,46 % 12,60 %
    Steyler Bank (Ethik-Giro-Konto) 8,00 % 12,00 %
    Südwestbank
    (Exklusiv Konto)
    6,62 % 11,12 %
    Targobank
    (Komfort Konto)
    12,43 % 15,43 %
    Quelle: Stiftung Warentest 11/2020, eigene Recherchen

Checkliste zum Verbessern der Bonität

Wer seine Bonität verbessern möchte, kann dafür die folgende Checkliste nutzen:

  • Bonitätsprüfung

    Jeder kann die eigene Bonität selbst prüfen, indem ein entsprechender Antrag bei der SCHUFA gestellt wird. Das ist online möglich und einmal im Jahr kostenlos.

    Wer häufiger Anfragen stellen oder einen größeren Umfang der Daten haben möchte, kann auch ein Abo abschließen. Zeigen sich beim Prüfen veraltete oder falsche Daten, können diese direkt geändert oder gelöscht werden.

  • Pünktlichkeit

    Rechnungen und Raten sollten immer pünktlich gezahlt werden, und zwar so, dass das Geld zum Fälligkeitstag wirklich auf dem Konto des Gläubigers eingegangen ist. Eine gute Zahlungsmoral wird immer positiv bewertet.

    Sollte es einmal nicht möglich sein, die Rechnung wie vereinbart zu zahlen, sollte das Gespräch mit dem Verkäufer gesucht werden. Dieser kann die Zahlungsfrist verschieben, damit es nicht erst zu einer Mahnung kommt.

    Rechnungen und Raten sollten immer pünktlich gezahlt werden, und zwar so, dass das Geld zum Fälligkeitstag wirklich auf dem Konto des Gläubigers eingegangen ist. (Foto: Shutterstock-_fizkes )

    Rechnungen und Raten sollten immer pünktlich gezahlt werden, und zwar so, dass das Geld zum Fälligkeitstag wirklich auf dem Konto des Gläubigers eingegangen ist. (Foto: Shutterstock-_fizkes )

  • Zuverlässigkeit

    Zahlungsverpflichtungen sollte immer pünktlich und zuverlässig nachgekommen werden. Vor allem Kredite, die bereits aufgenommen wurden und regelmäßig bedient werden, werfen ein positives Licht auf den Verbraucher oder auf das Unternehmen.

    Es sollte tunlichst vermieden werden, dass überhaupt eine Mahnung ins Haus kommt, wobei nicht jede Mahnung direkt in der SCHUFA registriert wird. Erst dann, wenn ein Zahlungsverzug zum wiederholten Male auftritt, werden die Mahnungen in der Auskunftei registriert.

  • Konditionsanfragen

    Sollen Kredite verglichen werden, sollten besser keine Kreditanfragen gestellt werden. Diese finden Eingang in der SCHUFA und bei einer Bonitätsprüfung erscheint es, als würde der Verbraucher oder das Unternehmen nur schwer einen Kredit bewilligt bekommt.

    Besser sind Konditionsanfragen, diese werden nicht an die Auskunfteien übermittelt. Sie sind aber ebenso aussagekräftig und können zum Vergleich von Kreditangeboten genutzt werden.

    Sollen Kredite verglichen werden, sollten besser keine Kreditanfragen gestellt werden. (Foto: Shutterstock-Rido)

    Sollen Kredite verglichen werden, sollten besser keine Kreditanfragen gestellt werden. (Foto: Shutterstock-Rido)

  • Kündigung

    Ungenutzte Konten oder Kreditkarten sollten unbedingt gekündigt werden. Wer viele Bankverbindungen besitzt, wird als negativ eingestuft. Besser ist es, nur ein Girokonto oder maximal zwei Konten zu führen und diese auch bei einer Bank zu belassen. Langjährige Kunden einer Bank gelten als zuverlässige Verbraucher. Und Banken lieben beständige Verbraucher, denen die Bindung an eine Bank offensichtlich etwas bedeutet.

  • Dispo

    Jedes Girokonto sollte mit einem Dispo versehen sein. Je höher dieser ist, desto besser wird die Bonität eingestuft. Allerdings sollte der Dispo nicht in Anspruch genommen werden, denn das wiederum erweckt den Anschein, als würde der Kontoinhaber nicht mit seinem Geld auskommen und ständig geliehenes Geld brauchen, um über die Runden zu kommen.

    Ist die Überziehung des Kontos aber gesperrt, erweckt das den Anschein, als könnte sich der Kontoinhaber selbst nicht trauen und mit seinem Geld nicht haushalten. Das wird als negativ eingestuft.

Eine gute Bonität wird mit einem hohen Score bescheinigt. ( Foto: Shutterstock-Marta Design )

Eine gute Bonität wird mit einem hohen Score bescheinigt. ( Foto: Shutterstock-Marta Design )

Häufig gestellte Fragen zur Bonität

Was ist Bonität?

Als Bonität wird die Kreditwürdigkeit einer Person bezeichnet. Verbraucher und Unternehmer bekommen einen Bonitätsscore zugeordnet, der sich nach der Wahrnehmung ihrer Zahlungsverpflichtungen richtet. Wer pünktlich und regelmäßig seine Rechnungen bezahlt, wird mit einem guten Bonitätsscore belohnt.

Wie bekomme ich eine gute Bonität?

Eine gute Bonität bekommst Du, wenn Du Deine Rechnungen pünktlich bezahlst und keine Mahnverfahren riskierst. Wenige Konten und Kreditkarten sind ebenso wichtig wie das regelmäßige Tilgen von Krediten. Auch die langjährige Treue zu einer Bank zahlt sich mit einem hohen Bonitätsscore aus.

Was bringt mir eine gute Bonität?

Eine gute Bonität bringt zahlreiche Vorteile für den Verbraucher. Zum einen werden Kredite zu besseren Konditionen vergeben, auch Handy- oder Versicherungsverträge fallen kundenfreundlicher aus. Die Zahlung per Rechnung wird erst mit einer guten Bonität möglich. Sogar die Traumwohnung lässt sich leichter mieten, wenn eine gute Bonität vorhanden ist.

Wie sieht eine gute Bonität aus?

Eine gute Bonität wird mit einem hohen Score bescheinigt. Dieser liegt bei der bekanntesten Auskunftei in Deutschland, bei der SCHUFA, bei mindestens 95 Prozent. Es ist damit deutlich leichter, einen Kredit zu bekommen oder die gewünschte Finanzierung im Onlinekaufhaus absegnen zu lassen.

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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